Die Sprunggelenkverstauchung bleibt die häufigste Verletzung des Bewegungsapparats. Ihre Folgen, insbesondere Band- und Knorpelschäden, gehören zu den häufigsten Gründen für einen orthopädischen Arztbesuch. Wie beim Knie wird die Arthroskopie zu einer grundlegenden Behandlungsmethode für Sprunggelenkerkrankungen. Die geringe Invasivität des endoskopischen Eingriffs verkürzt die postoperative Rehabilitation und beschleunigt die Genesung. Verwendet werden Instrumente mit 3–4 mm Durchmesser, ähnlich denen der Kniearthroskopie. Speziell entwickelte Instrumente ermöglichen die Behandlung der meisten Verletzungen und krankhaften Veränderungen am Sprunggelenk.
Arthroskopie leitet sich von „arthro“ – Gelenk – und „skopein“ – betrachten – ab. Wörtlich bedeutet es „in ein Gelenk hineinschauen“.
Für den Eingriff wird eine Kamera mit präziser Optik verwendet, die eine vergrößerte Darstellung der Gelenkstrukturen ermöglicht.
Wann wird eine Arthroskopie eingesetzt?
Erkrankungen:
- Behandlung von Gelenkknorpelschäden am Sprunggelenk, die meist bei einer Verstauchung entstehen
- Verletzung der stabilisierenden Sprunggelenkbänder nach einer schweren Verstauchung
- Behandlung des vorderen und hinteren Impingements durch vermehrtes Knochen- oder Gelenkinnenhautgewebe
- Osteochondrosis dissecans
- endoskopische Behandlung von Verletzungen der Peronealsehnen nach einer Sprunggelenkverstauchung
Wie läuft eine Arthroskopie ab?
Obwohl die Arthroskopie wesentlich weniger invasiv als offene Verfahren ist, benötigen beide eine ähnliche Anästhesie. Möglich sind eine Spinalanästhesie, eine Regionalanästhesie, etwa eine Blockade sensibler Nerven auf Sprunggelenkhöhe, oder in besonderen Fällen eine Vollnarkose. Für die Kamera wird ein etwa 1 cm langer Hautschnitt angelegt. Ein zweiter gleich großer Schnitt dient zum Einführen arthroskopischer Instrumente wie spezieller Greifer, Scheren und elektrischer Shaver zur Entfernung von Gelenkinnenhaut und Knorpelgewebe. Gegebenenfalls sind weitere Zugänge nötig. Das Verfahren richtet sich nach der präoperativen Diagnose und den Befunden nach Einführen der Kamera. Zum Abschluss werden die Zugänge mit Einzelknopfnähten verschlossen und ein kleiner Verband angelegt. Die Nachbehandlung hängt von Diagnose und durchgeführtem Eingriff ab.
Welche Komplikationen sind möglich?
Die arthroskopische Behandlung ist ein sehr sicheres medizinisches Verfahren. Wie jede Operation birgt sie jedoch ein Risiko postoperativer Komplikationen. In der Fachliteratur beschrieben sind Nervenverletzungen und vorübergehende Funktionsstörungen, lokale Infektionen, übermäßiges Narbenwachstum, regionale Schmerzsyndrome, Knorpelschäden und Instrumentenbruch. Diese Komplikationen sind sehr selten und werden hauptsächlich als einzelne klinische Fälle beschrieben.
Warum eine Arthroskopie?
Die Arthroskopie gehört zu den jüngeren orthopädischen Verfahren. Ihre großen Vorteile sind die geringe Invasivität und die Möglichkeit einer schnellen postoperativen Rehabilitation. Die kleinen Wunden bei der Gelenkendoskopie heilen wesentlich schneller als die großen Wunden offener Eingriffe. Häufig ist eine tagesstationäre Behandlung möglich. Das Fachgebiet entwickelt sich rasch und stellt der Orthopädie immer bessere therapeutische Instrumente zur Verfügung, wodurch sich die Einsatzmöglichkeiten erweitern.

