Das Läuferknie ist eine Überlastungserkrankung. Es verursacht Schmerzen im vorderen äußeren Kniebereich, gelegentlich auch seitlich an der Hüfte, und gehört zu den häufigsten Laufverletzungen. Die Schmerzen treten meist nach einigen Kilometern sowie beim Bergablaufen auf. In den meisten Fällen bezeichnet das Läuferknie das Iliotibialbandsyndrom (ITBS). Im weiteren Sinne umfasst der Begriff auch Schmerzen im vorderen Kniebereich durch Reizung der Gelenkinnenhaut und Knorpelschäden im Patellofemoralgelenk.
Läuferknie ist die gebräuchliche Bezeichnung für eine der häufigsten Laufverletzungen.
Geeignetes Schuhwerk, die richtige Lauftechnik, ausgewogenes Training und passende Dehnübungen können einem Läuferknie vorbeugen.
Symptome
- Schmerzen an der Außenseite des Knies
- Schmerzen in diesem Bereich, die beim Beugen und Strecken des Kniegelenks zunehmen
Diagnostik
- Die Diagnose basiert auf der Anamnese und der klinischen Untersuchung.
- Grundlage sind Provokationstests, die Beschwerden in bestimmten Bereichen auslösen.
- Gelegentlich kann eine Ultraschalluntersuchung die orthopädische Untersuchung sinnvoll ergänzen.
Behandlung
- Die akute Behandlung soll die Entzündung an der Reibungsstelle des Iliotibialbandes beheben. Eingesetzt werden entzündungshemmende Medikamente und individuell ausgewählte physikalische Verfahren: Stoßwellentherapie, Ultraschall, Kryotherapie und Iontophorese.
- Grundlage der Behandlung ist jedoch die Beseitigung der Ursache des ITBS durch:
- bei Fehlstellung des Fußes und übermäßiger Innenrotation des Schienbeins: geeignete Laufschuhe, korrigierende Einlagen und Verbesserung der Lauftechnik unter Vermeidung eines ersten Bodenkontakts über die Ferse
- bei Schwäche der Muskeln, die die Oberschenkelrotation kontrollieren und übermäßige X-Beinstellung beim Laufen verhindern: Kraftübungen für die geschwächten Muskeln und Übungen zur Verbesserung der neuromuskulären Kontrolle
- bei verminderter Elastizität des Bandes: Dehnübungen und Techniken der Faszienmassage
- bei Übertraining: Verringerung der Laufbelastung oder vorübergehende Trainingspause, verbunden mit Dehnübungen und Faszienmassage
Ursachen
- übermäßige X-Beinstellung
- Fehlstellung von Fuß und Schienbein mit übermäßiger Eversion des Rückfußes und Innenrotation des Schienbeins
- übermäßige Außenrotation des Oberschenkelknochens durch Schwäche der Innenrotatoren: kleiner Gesäßmuskel, vordere Fasern des mittleren Gesäßmuskels und Schenkelbindenspanner
- falsche Lauftechnik
- ungeeignete Laufschuhe
- verminderte Elastizität des Iliotibialbandes durch fehlende Dehnübungen nach dem Training
- übermäßige Trainingsbelastung

