Sie ist die stärkste Sehne des Körpers. Erkrankungen und Verletzungen der Achillessehne beeinträchtigen oder verhindern normales Gehen, Laufen und Springen.
Entzündung der Achillessehne
Entzündung und Degeneration der Achillessehne können jeden betreffen, besonders gefährdet sind jedoch Menschen mit Lauf- oder Sprungsportarten. Unterschiedliche Sehnenabschnitte können betroffen sein: in der Hälfte der Fälle der mittlere Abschnitt und in einem Viertel der Ansatz an der Ferse, häufig als Haglund-Deformität bezeichnet.
Eine unbehandelte Achillessehnenentzündung kann zu einem teilweisen oder vollständigen Riss führen.
Symptome
- Verdickung der Sehne
- starke Druckschmerzhaftigkeit im verdickten Bereich
- Schmerzen unmittelbar nach dem Aufstehen oder bei länger dauernder Aktivität, etwa beim Laufen
- Beschwerden im Schuh durch Vergrößerung des Sehnenansatzes, die sogenannte Haglund-Deformität
Wie wird die Diagnose gestellt?
- ärztliche Untersuchung und Beschwerdeanamnese
- Bildgebung: Röntgen, Ultraschall und CT (PedCAT)
- bei Bedarf zusätzlich MRT
Nichtoperative Behandlung
Die Behandlung wird immer individuell nach Dauer, Lage und Ausprägung der Erkrankung ausgewählt. Sie umfasst:
- entzündungshemmende Medikamente
- Verringerung der sportlichen Aktivität
- vorübergehende Entlastung und Ruhigstellung in einer speziellen Orthese
- Dehnung der hinteren Unterschenkelmuskulatur und exzentrische Übungen, besonders wichtig bei Erkrankung des mittleren Sehnenabschnitts
- physikalische Verfahren wie Ultraschall, Iontophorese und Kryotherapie
- Stoßwellentherapie
- ultraschallgestützte lokale Gabe von Hyaluronsäure oder plättchenreichem Plasma
Operative Behandlung
Eine Operation kommt infrage, wenn mindestens sechs Monate nichtoperative Behandlung erfolglos geblieben sind. Sie wird individuell nach Dauer, Lage und Ausprägung der Erkrankung ausgewählt. Die Eingriffe erfolgen in Spinalanästhesie mit Medikamentengabe im Bereich der Wirbelsäule. Die operative Behandlung umfasst:
- Entfernung degenerativ veränderten Gewebes aus der Sehne
- Entfernung entzündeter umliegender Gewebe, etwa Schleimbeutel
- Entfernung überschüssigen Knochens, der den Sehnenansatz drückt und reizt, wie bei der Haglund-Deformität
- in besonderen Fällen eine Fersenbeinosteotomie zur Entlastung der Achillessehne
- in fortgeschrittenen Fällen Verstärkung der betroffenen Sehne mit Sehnentransplantaten aus anderen Körperregionen, etwa der Großzehe
Rehabilitation nach dem Eingriff
- Aufstehen am ersten Tag nach der Operation
- zweitägiger Krankenhausaufenthalt
- Orthese oder Kunststoffschiene, Gehen mit Gehstützen ohne Belastung für sechs Wochen
- ab zwei Wochen Übungen zur Kräftigung der Oberschenkelstrecker und -beuger
- ab sechs Wochen nach dem Eingriff für weitere sechs Wochen eine Walker-Orthese, dazu passive und aktive Übungen für Fuß und Wadenmuskulatur
- Belastungsübungen, Joggen, Schwimmen und Radfahren ab zwölf Wochen nach dem Eingriff
- Profisport vier Monate nach dem Eingriff

