Über den Eingriff
Die Brustvergrößerung mit Implantaten (Augmentation der Brust, Mammaaugmentation) ist ein chirurgischer Eingriff mit dem Ziel, das Brustvolumen zu vergrößern, die Brustform zu verbessern und harmonische Körperproportionen zu erreichen. Der Eingriff kann aus ästhetischen und in ausgewählten Fällen auch aus rekonstruktiven Gründen erfolgen.
Die Brustvergrößerung richtet sich an Frauen mit unzureichend entwickelten Brustdrüsen, Brustasymmetrie oder Volumenverlust der Brust, unter anderem nach Schwangerschaft, Stillzeit oder deutlicher Gewichtsabnahme. In geeigneten Fällen können Implantate auch Teil der Korrektur angeborener Brustfehlbildungen oder rekonstruktiver Eingriffe sein.
Bei der Operation werden Brustimplantate eingesetzt, die mit Silikongel oder bei entsprechenden Produkten mit Kochsalzlösung gefüllt sind. Bei der Auswahl des Implantats werden Volumen, Form, Basisbreite, Projektion und Oberflächeneigenschaften berücksichtigt. Ein wichtiger Teil der Planung ist die Wahl des operativen Zugangs und der Implantatlage — über dem Brustmuskel, unter dem Brustmuskel oder in einer anderen passend gewählten anatomischen Schicht.
Ziel der Operation ist eine proportionale Form und ein proportionales Volumen der Brust unter Berücksichtigung der Anatomie der Patientin, der Gewebequalität und ihrer Erwartungen. Die Planung sollte auf einer objektiven anatomischen Beurteilung beruhen und nicht allein auf der gewünschten Implantatgröße.
Indikationen für den Eingriff
Zu den häufigsten Indikationen für eine Brustvergrößerung mit Implantaten gehören:
Hypoplasie der Brust — unzureichende Entwicklung der Brustdrüsen mit der Folge eines geringen Brustvolumens.
Volumenverlust der Brust — im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Stillzeit, Alterung oder deutlicher Gewichtsabnahme.
Brustasymmetrie — ein Unterschied in Volumen, Form oder Projektion der Brüste, sofern er sich mit Implantaten korrigieren lässt.
Angeborene Brustfehlbildungen — in ausgewählten Fällen, darunter manche Formen der tubulären Brust oder andere Entwicklungsstörungen der Brust, die oft eine individuell geplante Korrektur erfordern.
Brustrekonstruktion — als Teil ausgewählter rekonstruktiver Verfahren nach einer Mastektomie oder anderen chirurgischen Eingriffen.
Bei ästhetischen Indikationen sind eine informierte und freiwillige Entscheidung der Patientin, realistische Erwartungen an das Ergebnis sowie die Akzeptanz möglicher Risiken und weiterer Operationen entscheidend.
Individuelle Planung des Eingriffs
Die Wahl der Implantate und der Operationstechnik gehört zu den wichtigsten Schritten der Vorbereitung. Im Beratungsgespräch beurteilen wir den Brustkorb, die Basisbreite der Brust, Volumen und Lage der Brustdrüsen, die Dicke des Gewebes über dem Implantat, die Hautelastizität und die Lage des Brustwarzen-Warzenhof-Komplexes.
Wir berücksichtigen außerdem den Gesundheitszustand der Patientin, frühere Schwangerschaften, Kinderwunsch, körperliche Aktivität, Rauchen, eingenommene Medikamente und eventuelle frühere Brustoperationen.
Je nach Indikation kann das Implantat über oder unter dem Brustmuskel platziert werden, auch in teilweise submuskulärer Technik. Die Wahl der Schicht hängt unter anderem von der Gewebedicke, der Anatomie der Brust, dem Risiko eines sichtbaren oder tastbaren Implantats und der zu erwartenden langfristigen Wirkung auf das Gewebe ab.
Bei deutlich hängenden Brüsten, Hautüberschuss oder ungünstiger Lage des Brustwarzen-Warzenhof-Komplexes führt eine Vergrößerung allein möglicherweise nicht zum optimalen Ergebnis. In solchen Fällen sollte eine Kombination aus Augmentation und Mastopexie, also Bruststraffung, erwogen werden. Der kombinierte Eingriff erfordert eine besonders sorgfältige Indikationsstellung, weil das Gewebe gleichzeitig durch das Implantat belastet und geformt werden muss.
Kontraindikationen und Eignung für die Operation
Die Abklärung vor einer Brustvergrößerung umfasst eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung, die Beurteilung des Allgemeinzustands sowie eine Brustdiagnostik entsprechend Alter, Beschwerden, Risikofaktoren und geltenden Empfehlungen.
Zu den Umständen, die gegen eine geplante Operation sprechen oder ihre Verschiebung erfordern, gehören:
eine aktive Infektion, auch der Haut oder des Gewebes im Operationsgebiet;
Schwangerschaft und Stillzeit, in denen ein geplanter Eingriff bis zum Ende der Laktation und zur ausreichenden Stabilisierung des Gewebes verschoben werden sollte;
nicht eingestellte Allgemeinerkrankungen, die das Risiko für Narkose, Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen erhöhen;
erhebliche Gerinnungsstörungen, wenn sich das damit verbundene Risiko nicht sicher begrenzen lässt;
der Verdacht auf oder die Diagnose einer ungeklärten Veränderung in der Brust, die weiter abgeklärt werden muss;
fehlende informierte Einwilligung der Patientin, unrealistische Erwartungen oder Störungen, welche die Fähigkeit zu einer informierten Entscheidung über die Operation erheblich einschränken.
Rauchen, Übergewicht, manche chronischen Erkrankungen, bestimmte Medikamente und frühere Brustoperationen können das Komplikationsrisiko erhöhen und erfordern eine individuelle Beurteilung. Nicht alle diese Umstände sind absolute Kontraindikationen, sie können aber eine Optimierung des Gesundheitszustands, eine Änderung des Operationsplans oder eine Verschiebung des Eingriffs rechtfertigen.
Ablauf der Operation und Genesung
Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose. Das Implantat wird über einen sorgfältig geplanten Schnitt eingesetzt, meist in der Unterbrustfalte, in ausgewählten Fällen über einen Zugang am Warzenhofrand. Anschließend wird eine Tasche für das Implantat gebildet, das Implantat in der geplanten anatomischen Schicht platziert und die Wunde verschlossen.
Nach dem Eingriff können Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse, vorübergehende Empfindungsstörungen und ein Spannungsgefühl im Gewebe auftreten. Die Dauer der Genesung hängt vom Umfang der Operation, der angewandten Technik und dem individuellen Heilungsverlauf ab. Die Patientin erhält Empfehlungen zur Wundpflege, zum Tragen eines geeigneten Kompressions-BHs, zur Einschränkung körperlicher Belastung und zu den Kontrollterminen.
Die Rückkehr zu alltäglichen Aktivitäten sollte schrittweise und nach den Empfehlungen des Operateurs erfolgen. Die endgültige Brustform stabilisiert sich in den folgenden Monaten nach der Operation.
Komplikationen und mögliche Folgen des Eingriffs
Wie jede Operation ist auch die Brustvergrößerung mit Implantaten mit dem Risiko früher und später Komplikationen verbunden. Ihre Wahrscheinlichkeit hängt unter anderem vom Gesundheitszustand der Patientin, der Anatomie, der Art des Implantats, der Operationstechnik und dem Heilungsverlauf ab.
Zu den frühen Komplikationen gehören:
Hämatom und Nachblutung, die manchmal einen erneuten operativen Eingriff erfordern;
eine Infektion der Wunde oder der Umgebung des Implantats, die in schweren Fällen die Entfernung des Implantats erfordern kann;
verzögerte Wundheilung, Auseinanderweichen der Wunde, Nekrose von Haut oder Gewebe, besonders bei gestörter Durchblutung;
Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und vorübergehende Empfindungsstörungen;
Komplikationen im Zusammenhang mit der Narkose und, seltener, thromboembolische Ereignisse.
Zu den späten Komplikationen gehören:
Kapselfibrose — eine übermäßige Schrumpfung des Narbengewebes um das Implantat, die zu Verhärtung, Verformung der Brust und Schmerzen führen kann;
Fehllage des Implantats — eine falsche Position oder Verschiebung des Implantats, darunter Asymmetrie, Absinken des Implantats oder seine seitliche Verlagerung;
ein sichtbares oder tastbares Implantat, Faltenbildung an seiner Oberfläche (Rippling) und übermäßige Gewebespannung;
Empfindungsveränderungen an Brust und Brustwarzen, die vorübergehend oder dauerhaft sein können;
ein unbefriedigendes ästhetisches Ergebnis, Asymmetrie, hypertrophe Narben oder eine ungünstige Veränderung der Brustform;
Ruptur oder Beschädigung des Implantats, die eine Diagnostik und operative Behandlung erfordern kann;
Schwund oder Ausdünnung des Gewebes über dem Implantat sowie Veränderungen der Brustdrüse und der Haut durch Zeit, Alterung oder Gewichtsschwankungen;
die Notwendigkeit einer weiteren Operation, etwa zum Austausch oder zur Entfernung des Implantats, zur Lagekorrektur oder zur Behandlung anderer Komplikationen.
Brustimplantate sind keine lebenslangen Produkte. Das Komplikationsrisiko und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Operation steigen mit der Tragedauer, doch nicht jede Patientin benötigt nach einer bestimmten Zeit einen Implantatwechsel.
Auch seltene, aber bedeutsame implantatassoziierte Erkrankungen sind zu berücksichtigen. Dazu gehört das brustimplantatassoziierte anaplastische großzellige Lymphom (breast implant-associated anaplastic large cell lymphoma, BIA-ALCL). Vor der Operation sollten aktuelle Sicherheitsinformationen zum jeweiligen Produkt sowie Symptome, die eine weitere Abklärung erfordern, besprochen werden.
Treten nach Jahren eine neue Schwellung der Brust, eine Flüssigkeitsansammlung um das Implantat, ein Knoten, anhaltende Schmerzen oder eine plötzliche Formveränderung der Brust auf, sind eine ärztliche Untersuchung und eine entsprechende Diagnostik erforderlich.
Nachkontrolle und langfristige Beobachtung
Nach dem Eingriff sind Kontrolltermine nach einem individuellen Plan notwendig. Die Patientin sollte die Selbstuntersuchung der Brust beherrschen und neue oder beunruhigende Symptome melden.
Implantate befreien nicht von der Brustkrebsfrüherkennung. Mammographie, Ultraschall oder andere bildgebende Untersuchungen sollten entsprechend Alter, individuellem Risiko und klinischer Indikation erfolgen; das untersuchende Personal ist über die Implantate zu informieren.
Sicherheit und informierte Entscheidung
Eine Brustvergrößerung erfordert eine informierte Entscheidung und ein ausführliches Gespräch über den erwarteten Nutzen, die Grenzen der Methode und mögliche Komplikationen. Im Beratungsgespräch besprechen wir die verfügbaren Möglichkeiten, die anatomischen Voraussetzungen, die Genesung, die Nachkontrollen und die langfristigen Folgen von Implantaten.
Ziel der Abklärung ist die Wahl einer Methode, die den Bedürfnissen der Patientin entspricht und das Risiko so gering wie möglich hält. Die endgültige Entscheidung über den Eingriff sollte nach umfassender Information und in bewusster Akzeptanz sowohl des möglichen Nutzens als auch der Risiken getroffen werden.

